Franz Josef Degenhardt wurde am 3. Dez. 1931 in Schwelm/Westfalen geboren. Er wuchs in einer "militant katholischen und antifaschistischen Familie" mit frühen Bezuegen zum sozialistischen Milieu auf. In Schwelm besuchte D. die Volksschule und das Gymnasium (1952 Abitur). Anschliessend studierte er 1952-1956 in Freiburg und Koeln Rechtswissenschaften. 1956 legte er das Erste, 1960 das Zweite juristische Staatsexamen ab.
Der "singende Anwalt" und "schreibende Barde" Degenhardt, wie die Zeit (31.1.1986) ihn nannte, ist weniger durch seine Romane als durch seine Lieder bekannt geworden. Sein erster grosser Erfolg war 1965 "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern". Auch in den 80er Jahren blieb Degenhardt nach Beobachtermeinung eine Art "poetisches Megaphon der westdeutschen Linken". Zynisch-heiter und von unangestrengter Schärfe war sein Gesang auf der LP "Da müssen wir durch" (1988). Den SWF-Liederpreis erhielt Deutschlands "dienstältester Liedermacher" 1986 für "Die Lehrerin", ein Lied über die desillusionierte 68er-Bewegung, und 1988 für seine Ballade "Lied für die ich es sing".