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Jens-Paul Wollenberg

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Jens-Paul Wollenberg wurde 1952 in Speyer geboren und lebt seit 1988 in Leipzig. Seine Mutter zog mit ihm 1955 nach Gernrode und 1959 weiter nach Quedlinburg, wo er Koch lernte und in der Gastronomie arbeitete, später dann als Requisiteur im Theater und als Briefträger. Seit den 1970er Jahren gehörte er verschiedenen Musikgruppen an, die alle von den DDR-Behörden verboten wurden. Er wurde von mindestens 23 informellen Mitarbeitern der Stasi überwacht.  Stationen seines künstlerischen Werdegangs waren die Gruppen Vin rouge (ab 1976), Quitilinga (1978), Gevattern-Kombo (1981) und weitere Ensembles unter ständig wechselnden Namen, um die DDR-Kulturfunktionäre zu verwirren.

Nach der Wende gründete er die Jazz-Rock-Folk-Band Wahdi el Ahana (1990) und die Band Pojechaly (1993). Er initiierte 1996 die Konzertreihe "Ostwind" in der naTo, in der osteuropäische Musikkultur präsentiert wird. Er arbeitete mit der Leipziger Folksessionband (1998) und dem Funkner-Quartett (1998) zusammen. In szenischen Lesungen rezitiert er Texte von Kafka, Schiller, Francois Villon und anderen. (nach Wikipedia)

Pressestimmen:

Jens Paul Wollenberg ist "der Folk-Bukowski, der charismatische Pojechaly-Frontmann, der Zuschauer, dessen Texte, wie mit dem Stecheisen in die Herzen des Publikums gemeißelt, bitter-sarkastisch das dröge Einerlei deutscher Überheblichkeit demontieren. Er bedient sich überall und bleibt trotz allem immer Wollenberg, auch im Duett mit Stephan Krawczyk oder aber mit der Leipziger Folksessionband. Jeder verbale Pfeil ein Treffer, kein selbstgerechter Niedermacher, sondern ein Künstler voller Liebe und Wut. Und zwischendurch gibt es immer mal einen Schnaps oder ein Glas Rotwein oder ein wankendes Bühnenbild mit einer Träne und etwas Schmerz und etwas Trauer ..." So schrieb Volly Tanner im BLITZ! , dem Leipziger Stadtmagazin über Jens Paul Wollenberg. Und Uwe Jordan erging sich im Hoyerswerdaer Tageblatt vom 27.11.2001 so:

"Der Wahl-Leipziger ist für mich seit Jahren der Ausnahmekönner unter den Kleinkünstlern. Er spricht und singt seine Texte nicht, er lebt sie aus. Morbides, Zärtliches, Bösartiges, Verzweifeltes, Skurriles, Trauriges, Berührendes, oft nur getrennt durch halbe Sekunden und doch eine einzigartige Harmonie; zusammengehalten auch durch das großartige Bajan- (Bass-Akkordeon-) Spiel von Valeri Funkner – solch bittersüße Melange kann nur Wollenberg brauen; das gaben auch die gestandenen Kollegen gerne zu. Wollenberg wütet sich durch Verse und Gefühle, schrillt, grunzt, röchelt, fistelt, grollt, stöhnt, knödelt, tremoliert, rollt, flüstert, zischt. Er dik- tiert, deklamiert, proklamiert, zitiert. Er haucht Stückchen wie Brechts Ballade von den Seeräubern neues Leben ein; schmeckt mit scheinheiligem Mitleid die Fabel vom Kleinwüchsigen ab, der zu scheu war, die Fee um ein paar Zenti- meter mehr zu bitten und sich nun vor Wut die Fußnägel abkaut („versetzen Sie sich, liebes Publikum, in das Tiefste dieses Stückes – und Ihnen wird übel ...")

Wollenberg schwärmt balladesk für das Brudervolk der Ratten, geniert sich nicht, gänzlich unsentimental einen versoffenen-verkommenen Obdachlosen zu geben, der die Jägermeister-Pulle zärtlich liebkost und im selben Atemzug den Schöpfer beschimpft. Er versichert scheinheilig bei schroffen (aber nie peinlichen) Zoten, es handele sich, bitte, um politische Lieder! Er bekennt sich, zu faul zum Schreiben situationsnaher Zeitgeist-Kommentare zu sein – aber nur, um sofort im Diskant den deutschen Kriegseinsatz maßzunehmen: „Mörder sind keine Soldaten / aber wenn sie schießen, kann man ganz schön totgeraten". Eigentlich kann man Wollenberg gar nicht schildern, weil sich ein Genie der Beschreibung entzieht."





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