Die deutsche Liedermacherszene der 70er Jahre war ohne Schobert & Black nicht denkbar. Quer durch alle Jahrgänge liebte man ihr spötteln, beuteln, deuteln, ihre Sprüche, Limericks, ihre Wortkollagen, ihre unvergleichliche Art, Miß,- Ur- und Zustände unserer Tage ironisch-komisch-musikalisch-pointiert, wohltemperiert feilzubieten. Kabarettistische Unsinnsmacher mit Hintergrund und Tiefgang – vielleicht manchmal 2 Faden zu tief...? Wolfgang 'Schobert' Schulz (* 2. Juli 1941 in Stettin; † 24. September 1992 in Berlin ) und Lothar 'Black' Lechleiter (* 13. Mai 1942 in Stallupönen, Ostpreußen) – waren ein Phänomen. Sie sangen sowohl kritische politische als auch Nonsens-Lieder, die sie selber als "Höheren Blödsinn" bezeichneten. Ihrer eigenen Aussage nach war der "Erfinder des Höheren Blödsinns" jedoch Ulrich Roski, mit dem sie auch oft gemeinsam auftraten. Legendãr wurden ihre Limericks. Bei ihren Auftritten waren die meisten Ansagen und Überleitungen eigenständige Textwerke voller Sprachwitz und -akrobatik, die an Dauer die vorgetragenen Lieder oft deutlich übertrafen.
Übrigens: "Black" Lechleiter hat eine ganz hervorragende CD mit Lieder und Texten von Fritz Grasshoff aufgenommen, mit der er auch in der Liederbestenliste platziert war.
Schobert sang ab 1961 mit seinem Schulkameraden Reinhard Mey und einem wechselnden dritten Mann als "Les trois Affamés" (Die drei Verhungerten) englische, französìsche und spanische Folklore sowie selbstvertonte Balladen von François Villon und Gedichte von Georg von der Vring . Black machte ebenfalls seit 1961/62 in verschiedenenen Gruppen Folklore-Musik.
Im Sommer 1966 traten sie auf der Burg Waldeck erstmals als Schobert & Black auf. Ihr Repertoire bestand zunächst aus Grasshoffvertonungen und Nachdichtungen französischer Chansons. Später sangen sie mehr Chansons sowie politisch-satirische und lustige Lieder aus eigener Feder. Schobert lieferte dazu die Kompositíonen und viele Texte, die zum Teil in Zusammenarbeit mit seinem Schulfreund Wolfgang Eickelberg und Black entstanden. Darüber hinaus schrieb Schobert auch für KoIlegen wie Joana , Antonia Maass und Inga & Wolf .
Insgesamt viermal waren sie auf der Burg Waldeck. 1973/74 tourten sie gemeinsam mit Ulrich Roski . 1975 erhielten Schobert & Black den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Chanson. Über 20 Langspielplatten wurden von Schobert & Black veröffentlicht, darunter ein Doppelalbum mit Kalenderliedern nach Texten von Fritz Graßhoff und Felix Rexhausen. Sie hatten jährlich bis zu 300 Auftritte und füllten auch die größten Säle, wie die Gruga-Halle in Essen oder die Philharmonie in Berlin. 1985 trennten sich ihre Wege.
Während der Arbeit an einer geplanten Solo-LP starb Schobert 1992 plötzlich an Herzversagen ìn Berlin. Black zieht es weiterhin von Zeit zu Zeit auf die Bühne, und er taucht auch wieder regelmäßig auf der Burg Waldeck auf. 2004 nahm er zusammen mit Pit Klein eine neue CD zu Leben und Werk von Fritz Grasshoff auf.
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