Großes Kino sagt die Musik: Streicher und Flügel – ein ganzes Orchester spielt da auf – die Stimme ist voll und kräftig und vermittelt schon durch den Klang, daß hier etwas Bedeutendes gesagt und gesungen werden soll: eine 1a Hollywood-Synchronisations-Stimme ist das. Aber die Texte? Unverbindlich wie ein Werbespot. Dazu unterstreicht die sympathische Stimme auch noch die falschen Silben in den Sätzen, seltsam verdreht wirken die Melodien dadurch. Anklänge an Klaus Hoffmann, ein wenig Udo Jürgens und Peter Maffay hör ich aus der Stimme, die uns viel verklärt und wenig offenbart. An wen richten sich die Lieder? Einsame Frauen in Bars? Manager, die aussteigen wollen?
Georg Herweghs "Ich bin ein freier Mann und singe mich in keines Fürsten Gruft" war um 1840, als es noch Fürsten gab, die dich wegen deiner Ansichten ins Gefängnis warfen, ein mutiges Bekenntnis - heute erklingt da ein weltfremdes Märchen. Musikalisch ist da sehr viel Potenzial, aber dann diese Texte: Als wäre von den Sätzen nur noch die Form übrig geblieben, diese auf Hochglanz poliert und dafür der Inhalt und der Bezug zur Wirklichkeit entfernt worden, damit Vokale und Konsonanten nicht gestört werden. Schade.
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William Somerset Maugham: Es ist erstaunlich, was für ganz und gar unvereinbare Wesenszüge man in ein und demselben Menschen vereint und obendrein noch halbwegs harmonisch aufeinander abgestimmt finden kann.