Wegner

Die wohl erfolgreichste und bekannteste deutschsprachige Liedermacherin wurde am. 4. November 1947 in Berlin geboren. – Ausbildung zur Bibliothekarin – Studium an der Schauspielschule Berlin – 1966/67 Mitglied des Hootenanny-Clubs (ab 1967 „Oktoberclub“) – Flugblattaktion gegen die Intervention der Warschauer Paktstaaten in der CSSR – Exmatrikulation, Untersuchungshaft und Verurteilung auf Bewährung (staatsfeindliche Hetze) – 1968-1970 „Bewährung in der Produktion“ (Fabrikarbeiterin) – Tätigkeit in der Berliner Stadtbibliothek, Abendschule und Abitur, Ausbildung als Sängerin am Zentralen Studio für Unterhaltungskunst – seit 1973 freischaffend: Auftritte mit eigenen Liedern und lyrischen Texten, eigene Veranstaltungsreihen mit Gästen: „Eintopp“ und „Kramladen“, jeweils durch staatliche Organe verboten…

… im November 1976 öffentlicher Protest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns – zunehmende Einschränkung der Arbeitsmöglichkeiten, Auftrittsverbote – ab 1978 Auftritte im Westen, LP „Sind so kleine Hände“ – 1983 Aufforderung zur Übersiedlung in die Bundesrepublik durch das Kulturministerium und Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen „Verdachts auf Zoll- und Devisenvergehen“; 1983 Übersiedlung nach Berlin (West) – am 2.12.1989 erster Auftritt nach dem Mauerfall in der DDR im Berliner „Haus der Jungen Talente“ (zusammen mit anderen ausgebürgerten Liedermachern) – 1992 Mitunterzeichnerin des Appells zur Gründung von Komitees für Gerechtigkeit – von 1993-1997 Initiatorin der Reihe „Lieder der Welt / Konzerte in Flüchtlingslagern“…

… ab 1998 Organisatorin der Mahnwache gegen die Todesstrafe (für Mumia Abu-Jamal) – ständig gefragte Künstlerin bei Antifa-Veranstaltungen, Initiativen gegen rechts u.a. – seit nunmehr 30 Jahren berührende Konzerte – auch gemeinsame Lieder mit Kollegen, z.B. Joan Baez (Waldbühne 1980), Konstantin Wecker (LP „Weine nicht, aber schrei“ 1983), Angelo Branduardi (1995 Jubiläumskonzert in Potsdam), seit 1990 Karsten Troyke (u.a. CD „Mein Bruder“ 2003) – seit 1998 wird Bettina von Musikern der Gruppe l’Art de passage begleitet (CDs „Wege“ 1998, CD „Alles was ich wünsche“ 2001).